Meine Tattoo-Geschichten

Tattoos können verschiedene Reaktionen auslösen. Tätowierungen können grosse Begeisterung verursachen, aber auch Angst. Bei einem geplanten Tattoo steht auch oft die Frage im Raum, ob es einem in zehn oder zwanzig Jahren immer noch gefällt. Auch bei meinen Tätowierungen haben diese Fragen mitgespielt. Falls du mehr über meine Erfahrungen mit Tattoos wissen möchtest, findest du hier die Antworten.

Wie finde ich den Tätowierer meines Vertrauens?
Es kommt natürlich immer etwas darauf an, was für eine Art von Tattoos dir am meisten zusagen und für welchen Stil du dich interessierst. Für mich sind gute Empfehlungen von Freunden, Bekannten oder von der Familie am repräsentativsten. Mein Bruder sowie viele seiner Freunde haben sehr positiv von diesem Studio gesprochen, weshalb ich mich dann für das Old Century Tattoo in Chur entschieden habe. 

Welches Motiv lasse ich mir stechen?
Ich habe mir mein erstes Tattoo mit 20 stechen lassen. Schon sehr lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir endlich ein Tattoo zu gönnen, allerdings wusste ich nie so richtig, welches Motiv es werden sollte. Was für mich aber klar war: Ich möchte mir nichts stechen lassen, wovon ich nicht hundertprozentig überzeugt bin. Ausserdem wollte ich mir nicht einfach etwas stechen lassen, damit ich ein Tattoo habe und mit dem Trend mitschwimmen kann. Ich wollte ein Motiv, welches für mich eine wichtige Bedeutung hat.

Mittlerweile habe ich drei Tattoos, aber meine Ansichten bezüglich der Motivwahl haben sich auch bisher nicht geändert. Ich überlege mir immer sehr lange und gründlich, ob mir ein Motiv auch wirklich langfristig gefallen wird, bevor ich es stechen lasse.

Das erste Tattoo wurde mir am 4. Dezember 2018 gestochen. Bei dem Motiv handelt es sich um einen abstrakten Schriftzug: «dance», wobei das «d» durch einen Violinschlüssel angedeutet wird. Dieses Tattoo vereint zwei meiner grössten Leidenschaften: die Musik und den Tanz. Ich erspare euch den Anblick meines Fusses, wo das Tattoo einen Platz gefunden hat. Hier könnt ihr aber das entsprechende Motiv sehen.

Mit meinem zweiten Tattoo wurde ich bereits etwas mutiger. Das Motiv war deutlich grösser, allerdings immer noch an einer Stelle, die nicht zu sehen ist, wenn ich ein T-Shirt trage. Es handelt sich bei diesem Motiv um die Umrisse eines Fotos aus meiner Kindheit, auf dem mein Bruder und ich zu sehen sind. Dieses Tattoo habe ich mir am 17. Dezember 2019 stechen lassen, also ziemlich genau ein Jahr nach meinem ersten Tattoo.

Mein drittes und vorerst letztes Tattoo hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Es stellt eine Schwalbe im Flug dar, was für mich den Freiflug durch das Leben symbolisiert. Genauer werde ich hier nicht auf die Bedeutung des Motivs eingehen, da es sich doch um ein sehr privates Thema handelt. Trotzdem wollte ich es euch nicht vorenthalten, da es zu meiner Tattoo-Geschichte dazugehört. Die Schwalbe habe ich mir am 17. Oktober 2020 stechen lassen.

Schmerzen?
Bevor ich mir mein erstes Tattoo habe stechen lassen war meine Angst vor dem Schmerz zwar da, ich hatte aber nicht solch eine Angst, dass ich mir deshalb das Tattoo nicht hätte machen lassen. So lag ich da auf der Liege, habe meinen Fuss vor dem Tätowierer hindrapiert, damit er mir den schönen Schriftzug stechen kann. Und dann ging die Misere los: Tatsächlich hätte ich es nicht so schlimm erwartet, aber das Tattoo sollte direkt auf dem Fussknochen platziert werden, weshalb es dann schlussendlich auch wirklich enorm weh tat. Es dauerte ca. 20 Minuten bis das Motiv auf meiner Haut und das Leiden vorbei war. Es hat sich aber definitiv gelohnt.

Die Umrisse des Fotos mit meinem Bruder habe ich mir ein Jahr später dann auf die Seite auf die Höhe der Rippen tätowieren lassen. Jeder, dem ich das erzählt habe, hat mich vor den starken Schmerzen gewarnt. Sogar der Tätowierer hat mich dreimal gefragt, ob ich es wirklich an den Rippen haben möchte, da dort die Schmerzen wohl besonders stark sein sollen. Ich blieb jedoch standhaft und habe es durchgezogen. Und ich kann mit Stolz sagen: Ich war stark und tapfer. Und es hat tatsächlich nicht so weh getan, wie der Fuss ein Jahr davor. Die Angst, die mir alle machen wollten, war also völlig unbegründet.

Beim dritten Tattoo, der Schwalbe, wusste ich ja schon ziemlich gut, was nun auf mich zukommen würde. An der Hinterseite des Oberarms habe ich jedoch keine starken Schmerzen erwartet, da dort doch ziemlich viel Fleisch vorhanden ist, das den Knochen etwas polstert. So dürfte das Stechen nicht so schmerzhaft sein. Und genau so war es dann auch: Ich bin auf der Liege sogar fast eingeschlafen, während meine Begleitung vor Nervosität fast vom Stuhl fiel.

Mein Tätowierer, Reto Haldemann, hat bisher alle meiner drei Tattoos gestochen. Man kann also sagen, er ist der Tätowierer meines Vertrauens.

Kosten?
Bei meinem Tätowierer gilt ein Grundpreis für jedes noch so kleine Tattoo von CHF 150.- 

Für den Schriftzug am Fuss habe ich eben diesen Grundpreis bezahlt. Für die Foto-Umrisse an den Rippen habe ich aufgrund der Grösse CHF 250.- bezahlt, ebenso für die Schwalbe.

Bereue ich eines meiner Tattoos?
Ich würde es auf keinen Fall bereuen nennen. Ich liebe alle meine Tattoos und es werden sicherlich auch nicht die letzten bleiben. Jedoch würde ich sie jetzt zum Teil wahrscheinlich an einer anderen Stelle, etwas kleiner oder vielleicht auch in einem anderen Stil stechen lassen. Trotzdem bereue ich keines meiner Tattoos.

Tätowierungen sind etwas besonderes und man sollte sich definitiv gut überlegen, ob man ein Motiv für immer auf der Haut tragen möchte. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mir meine Tattoos habe stechen lassen.